Aktuelle Schadensliste

November 14, 2008

Jetzt wo ich mich gerade in der Wüste langweile, kann ich endlich mal eine aktuelle Schadensliste schreiben. Also hier ist der Stand nach 5552 km (plus 280 km mit dem Chrysler & ca. 800 km mit dem Mietwagen):

1 Antriebsmanschette (Chrysler)
1 Automatikgetriebe (Chrysler)
1 Endschalldämpfer (Auspuff)
1 Kofferraumschloß
2 Federn
2 Stoßdämpfer
1 Lenkradhupenschleife (abgefackelt)
1 Tankstutzenhalterung (durchgerostet)
1 Motormassekabel
1 Vorschalldämpfer (Auspuff)
1 Generator (Lichtmaschine)

Trotz allem sind wir zuversichtlich, dass wir mit dem Auto in einem Stück noch in Banjul ankommen. 🙂 Weitere Schadensberichte könnten evtl. folgen. 😉

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Querfeldein durch die Sahara

November 14, 2008

Der Freitag morgen begann etwas dekadent nach einer sehr kurzen Nacht mit einem kurzen Frühstück, dafür aber mit einem Glas Sekt auf einer Düne. Glücklicherweise konnten wir den Sekt ja gestern „einschmuggeln“. 😉
Danach startete die erste Wüstenetappe. Ich hab mich gleich nach 5 Minuten festgefahren, weil ich beim Gangwechsel den nächsten Gang nicht mehr reingekriegt hab. Naja, aber nach kurzem Spott von Carmen ging’s nach Abschleppen weiter.
Wir haben uns dann alle 2 Stops abgewechselt und inzwischen klappt’s ganz gut. Mir gefallen vor allem die leicht sandigen, geraden, schnellen Strecken, die mit etwa 100 km/h gefahren werden, während Carmen eher die „anspruchsvollen“, tiefsandigen Stellen mag. Naja, 1 mal festfahren reicht mir. 😉
Jetzt sitzen wir hier mitten in der Wüste und essen. Das ganze Unternehmen hier hat auch leicht surreale Seiten.

Willkommen in der islamischen Republik Mauretanien

November 14, 2008

Am Mittwoch war der erste Tag mit freiem Camping an der „versteckten Düne“. Die Düne war dann doch nicht so versteckt wie man vom Namen vermuten könnte und außerdem ziemlich groß (> 20m hoch). Kaum angekommen lief sofort jeder auf die Düne rauf und versuchte mit irgendetwas runterzurutschen. Aber weder Motorhauben noch Alufußmatten waren dazu geeignet. Carmen ärgerte sich natürlich, dass sowohl die Skier als auch ihr Snowboard bei der Chrysler Umräumaktion vergessen wurden. Naja, statt runterrutschen war dann halt runterspringen angesagt. Den Köpper hat dann aber doch keiner gemacht. 😉
Die erste Nacht ohne Campingplatz und sanitäre Anlagen verlief ganz gut, man muß halt nur aufpassen wo man hintritt. 😉
Am nächsten Morgen ging’s nach Mauretanien. Die Ausreise aus Marokko dauerte schon etwa 2 Stunden. Dann hieß es im Niemandsland zwischen Marokko und Mauretanien auf die Einreise warten. Nach weiteren 2 Stunden waren wir endlich am Zoll und wurden doch glatt gefragt, ob wir Alkohol mit uns führen. (In Mauretanien herrscht Alkoholverbot.) Zuerst verneinten wir diese Frage. Als der Soldat dann aber tatsächlich unser Auto durchsuchen wollte, gaben wir zu, dass wir 1 Flasche Sekt mit uns führen. Dann ließ uns der Soldat auch passieren und es ging weiter bis zum 1. Wüstencamp. Dort sammelten sich alle Teams wie schon öfter beim Lagefeuer wo bei ein paar Bier gemeinsam gesungen wurde und Diskussionen über total sinnlose Themen geführt wurden. Dank des Rauches hat man dann am nächsten Tag auch leichte Kopfschmerzen. 😉
P.S.: In Mauretanien hab ich kein Netz mehr, dieser und ein paar folgende Posts werden also etwas später zusammen ins Netz gestellt.

Das Auto qualmt und die Zelte brechen

November 11, 2008

Die 9. Etappe von Laayoune nach Dakhla bestand aus 580 km langer, gerader Straße zwischen Sand und Wüste.
Dementsprechend langweilig war der Großteil der Strecke dann auch. Lange Zeit war das Highlight der Strecke eine hitzige Diskussion zu meiner Fahrweise, die wir aber schnell geklärt hatten.
Dann kamen ein paar Stunden langweiliger Fahrt… Irgendwann kamen wir an einem Aussichtspunkt an, von dem man kilometerweit auf den Atlantik und auf die westafrikanische Steilküste schauen konnte. Dort sprangen wir über einen kleinen Abgrund, der zwar nur 1m breit aber bestimmt 30m tief war.
Kurz vorm Campingplatz kam dann plötzlich Qualm aus dem Lenkrad. Carmen hat schnell die Zündung ausgemacht, damit das Auto nicht abbrennt. 😉 Auf dem Campingplatz hab ich dann die Hupkontaktschleife aus dem Lenkrad gerissen, die durch einen Kurzschluß den Qualm verursacht hat.
Wieder mal im Dunkeln fingen wir dann an, die Zelte aufzubauen. Durch den starken Wind ist dann bei Carmens Zelt eine Zeltstange gebrochen, die wir erstmal mit Klebeband repariert haben. Hoffentlich hält’s. 😉
Abends haben wir dann schön Tütensuppe gegessen und nen schönen Wein getrunken.
Heute am Dienstag stehen wir gerade in einer marokkanischen Werkstattstraße und lassen unter unser Auto ein Blech schweißen, sowie das Auto etwas höher legen. Eine Feder ist gebrochen, aber es gibt Ersatz für 250 DH.

Ab in die Westsahara

November 10, 2008

Am Sonntag sind wir vom Plage Aglou gestartet, um in die Westsahara nach Laayoune zu fahren.
In Tan-Tan haben wir uns kurz verfahren und kamen durch eine etwas komische Gegend in der Dutzende von Kindern rumgelaufen sind. Die Kinder wollten ein paar Süssigkeiten von uns, aber leider hatten wir die Tüten noch nicht ausgepackt, so dass wir den Kindern nichts geben konnten. Daraufhin sind sie ganz schön böse geworden und haben das Auto vor uns mit leeren Coladosen und unseres sogar mit Steinen beschmissen. Naja, für die Kinder in Tan-Tan gab’s dann natürlich nichts mehr von uns.
Dann ging’s weiter auf einer Strecke, die immer karger und sandiger wurde, dafür aber auch einen nettem Meeresblick mit Steilküste bot. 🙂
Als wir uns so langsam der Westsahara näherten, merkten wir immer mehr, dass wir in Richtung eines seit Jahren von Marokko militärisch annektierten Gebietes fahren. Bis dahin auf über 4000 km sind wir nicht einmal kontrolliert worden. Auf dem Weg nach Laayoune gab’s mindestens fünf Polizeikontrollen.
Spannend wurde es auch als sich von vorne plötzlich ein Fahrzeug mit Sirene mit hoher Geschwindigkeit näherte. Der Fahrer zeigte durch Handbewegung an, dass man rechts ranfahren soll. Wir hielten also an und nach kurzer Zeit kamen mehrere LKWs beladen mit Panzern an uns vorbei. Wir überlegten kurz ein Foto zu machen, entschieden uns dann aber doch auf Nummer Sicher zu gehen und einen Aufenthalt im marokkanischen Gefängnis zu vermeiden.
Weiter ging’s auf kerzengerader Strecke. Carmen probierte kurz aus, wie es ist, im Auto zu duschen, als sie die Scheibenwaschanlage im Stand bei offenem Sonnendach anmachte. Naja, bei dieser Hitze hier kann ein wenig Abkühlung nicht schaden. 😉
Kurz vor der Westsahara sahen wir dann die ersten Kamelwarnschilder und auch schon die ersten Kamele.
Irgendwann sahen wir endlich das Campingplatzschild, dem wir kaum glauben konnten, weil es mitten in die Savanne zeigte. Das Schild war aber tatsächlich richtig und so kamen wir nach ein paar Kilometern unbefestigtem Weges auf einem netten, sauberen Campingplatz mitten im Nichts an.
In einem großen Zelt wurde hier abends Kamelfleisch serviert, das sehr lecker war und ein wenig nach Wild geschmeckt hat.

Etappe 7: Marrakesch – Plage Aglou

November 9, 2008

Für die 7. Etappe von Marrakesch zum Campingplatz am Plage Aglou wurden in den verschiedenen Teams 3 alternative Routen diskutiert: Die einfache auf der Hauptstraße am Strand entlang, die Medium Route durch mittleres Gebirge mit Abstecher zum Paradise Valley und die Hardcore Variante durch die Berge.
Da unser Auto nicht mehr so fit ist, haben wir uns mit dem Team „Umgedrehter Weihnachtsbaum an der Decke“ zusammengetan, um die Mediumroute zu fahren.
Andere Teams sind da schon etwas härter, wie z.B. das „Team 85“, die die Hardcore Route durch das Atlasgebirge genommen haben und von denen sich einer wohl während der Fahrt im Superman Kostüm aufs Dach gestellt hat. Sowas ist halt nichts mehr für Leute in unserem Alter. 😉
Nach einem Abstecher im Supermarkt ging’s dann los. Zu Beginn der Route hatten wir einen tollen Ausblick auf das verschneite Atlasgebirge. Nach einem Kaffeestop fuhren wir in die mittleren Berge, wo wir eine Zwangspause machen mussten, weil der Benz unseres Begleitteams etwas kochte.
Danach ging’s zu den Wasserfällen vorm Paradise Valley, wo wir von einem deutsch sprechenden Marokkaner sehr freundlich empfangen und rumgeführt wurden. Nachdem wir eine Kleinigkeit in seinem Souvenirshop gekauft hatten, servierte er uns marokkanischen Kaffee, sehr süß und mit Zimt ähnlichem Geschmack. War echt lecker! 🙂
Dann ging’s weiter durchs Paradise Valley, leider schon im Dunkeln. Die Serpentinen waren so eng, dass wir kaum schneller waren als 20 km/h, um nicht von der unbegrenzten Straße in den Abgrund zu stürzen.
Auf dem Weg zum Campingplatz konnte man dann auch schon die Meeresluft riechen. Nach einer Nacht am Meer geht’s jetzt weiter Richtung Laayoune.

Schlangenbeschwörer & marokkanische Küche

November 8, 2008

Am 8. Tag war laut Plan ein freier Tag in Marrakesch vorgesehen. Da wir aber am Tag davor unplanmäßig in Ouzoud übernachtet hatten, mussten wir den Anfang des freien Tages für die relativ ereignislose Fahrt nach Marrakesch nutzen.
Im Campingplatz bei Marrakesch angekommen, wurden dann erstmal die Zelte aufgebaut bevor es mit dem Taxi nach Marrakesch reinging.
Dort haben wir uns mit ein paar anderen Teams erstmal das bunte Treiben auf dem Markt und an den Souvenirständen angeschaut. Leider gabs keine neue Hupe für unser Auto und eine marrokanische Gitarre oder eine Trommel eignen sich leider nicht so zum Warnen

Etappe 6: Abenteuerliche Uebernachtung

November 7, 2008

Am Donnerstag sollte man laut Plan eigentlich die Etappe Larache – Marrakesch fahren. Wir haben uns aber einer Gruppe angeschlossen, die einen Umweg machen wollte, um die Ouzod Wasserfaelle anzuschauen.

Der Weg dorthin erwies sich dann aber als weitaus laenger als gedacht. Ausserdem war die Strecke sehr kurvig und stellenweise schlecht asphaltiert. Die Fahrt war daher auch etwas abenteuerlich, hat dafuer aber auch richtig Fun gemacht. 🙂 Auch die Landschaft war sicherlich viel schoener als auf der vorgeschlagenen Autobahnstrecke.

Leider kamen wir erst spaet im Dunkeln in Ouzoud an und hatten auch keine Ahnung wo wir uebernachten koennen. Es gab zwar das Geruecht, dass in Ouzoud ein Campingplatz sein soll, aber sicher waren wir uns da nicht. Einige wollten im Notfall wild campen, was uns nicht wirklich gefallen haette.

So sind wir stundenlang bei Nacht mit dem Schreckgespenst einer Wildcampinguebernachtung durch die Berge gefahren. 😦

In Ouzoud war dann die Freude umso groesser als wir ein kleines Hotel (in Deutschland wuerde man eher Herberge sagen) gefunden hatten. Die Leute waren ueberraschend nett und haben uns abends noch ein paar Brote gebracht und ein kleines Fruehstueck organisiert.

Morgens haben wir dann die 100 m tiefen Wasserfaelle angeschaut und uns auf den Weg nach Marrakesch gemacht…

Willkommen in Marokko

November 7, 2008

Nach einer etwa 2,5 stuendigen Ueberfahrt haben wir endlich im marokkanischen Faehrhafen afrikanischen Boden betreten. Bereits hier merkt man die etwas andere afrikanische Mentalitaet: Die Abfertigung im Faehrhafen hat etwa 4 Stunden gedauert:

Wir kamen so spaet aus dem Faehrhafen raus, dass alle Versicherer schon geschlossen hatten, d.h. wir haben uns der marokkanischen Kultur angepasst und fahren jetzt ein Stueck ohne Versicherung. 😉

Die Durchfahrt durch Tanger war dann der erste wirkliche Rallyeabschnitt: Mit 70 km/h gings im Konvoi mit ca. 50 cm Abstand zum Vordermann durch die Stadt, dabei ueber ein paar rote Ampeln. In Deutschland waere mein Fuehrerschein jetzt sicher schon weg.

Dieser Sprint hat unserer Klapperscheese nicht gut getan. Der Endtopf musste in einer Notoperation entnommen werden. Jetzt gehts ohne Endtopf weiter Richtung Marrakesch…

Hier sollte eigentlich ein Foto vom Endtopf stehen, aber leider hab ich mit meinem Handy keinen Datenempfang mehr und tippe das hier gerade im Internetcafe, daher gibts ab jetzt erstmal keine Bilder mehr; 😦

Bye, bye Europe

November 5, 2008

Nach einer relativ kurzen Etappe kamen wir gestern am Campingplatz in der Nähe von Algericas, Spanien an. Dort wurde erstmal schön gegrillt. Zwei Glas Wein sorgten dann für die nötige Bettschwere um im Zelt schlafen zu können. 😉
Heute haben wir uns die Innenstadt in Algericas angeschaut und ich hab mir sicherheitshalber Tabletten gegen „Liquid Stool“ besorgt, man lernt nie aus. 😉
Jetzt warten wir im Fährhafen auf die Fähre nach Marokko und dann heißt es: „Tschüß Europa“! 🙂
Carmen hat es sich für die Wartezeit schön bequem gemacht: